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Bericht/Beitrag

BILD
26. Juni 2004

Hunde sind die beste Therapie



Unternehmerin Renate Thyssen-Henne lud 28 traumatisierte Münchner Kinder auf ihren Sonnenhof. Sie sagt: Hunde sind die beste Therapie

Murnau – Als er aufgewacht war, war die Mama tot. Erstochen vom Papa, der dafür ins Gefängnis kam. Alex stand mit elf Jahren allein da. Nicht alle Kinder, die gestern Nachmittag auf dem Sonnenhof waren, haben derart traumatische Erfahrungen hinter sich. Aber alle waren sie schon Opfer von Gewalt – und allen hat der Umgang mit den lebhaften Sonnenhof-Hunden sichtlich gut getan. Das Polizeipräsidium München hatte zusammen mit dem Lions Club München für die jungen Leute eine Wochenend-Reise nach Brixen organisiert. Zur Einstimmung ging’s für einen Nachmittag auf den Sonnenhof. Und dort wurde binnen zwei Stunden aus 28 verletzten, zurückhaltenden Münchner Kindern und Jugendlichen wieder eine fröhliche Rasselbande. Und genau das wollte Unternehmerin Renate Thyssen-Henne, Vorsitzende von SOS Projects für Mensch und Tier e.V., erreichen: „Hunde sind die beste Therapie. Sie gehen unkompliziert auf dich zu. Ihnen ist es egal, ob du jung oder alt, schön oder hässlich bist.“



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"Ein Tier zu haben heißt, einen Freund zu haben", sagte Carolin Reiber, die zu Renate Thyssen-Hennes Kindertag auf den Sonnenhof gekommen war.





Verstanden sich prächtig: Renate Thyssen-Henne (Mitte) mit ihrer Tochter Dr. Gabriele Inaara Begum Aga Khan, Amelie (9), Heidi (6) und Hund Pinocchio


Auch Schauspielerin Grit Boettcher hat einen Hund vom Sonnenhof zu Hause. Orso wurde auf Teneriffa ein paar Mal überfahren, hat Narben am Hals und an den Beinen. Es hat lange gedauert, bis er Vertrauen zu einem Menschen hatte. Aber jetzt gibt er die Liebe dreifach zurück: „Orso ist so dankbar. Meine drei Hunde und die Katze sind immer da für mich – auch wenn ich mal traurig bin. Wir schauen sogar zusammen Fußball im Fernsehen.“ Die Couch-Tierschar könnte bald Zuwachs kriegen: Grit Boettchers Tochter Nicole verliebte sich gestern auf dem Sonnenhof schon wieder in einen Hund. Husky Luna lag so ergeben im Gras und ließ sich den Bauch kraulen, dass sie ihn am liebsten eingepackt hätte: „Ich habe gerade wieder mit dem Joggen angefangen – der wäre ideal für mich. Alex (heute 15) hatte sein Herz übrigens an Loryn verloren – ein kleines blindes Hündchen, das sich in seinen Arm kuschelte. Der Bub selbst hat inzwischen bei Carlos Benede ein neues Zuhause gefunden, jenem Polizisten, der ihn nach der Ermordung seiner Mutter betreute. Fast hätte auch die kleine Loryn an diesem Nachmittag das Herz von Pflege-Papa Bendede weich gekocht: „Wenn wir nicht schon unseren Hund Taps hätten – die würde ich sofort mitnehmen.“

So können Sie mithelfen:
München – Sie möchten einen der Hunde von SOS Projects haben? So geht’s: Sie melden sich telefonisch beim Sonnenhof unter 0700/76 72 64 62 oder 08867/92 11 36. Sie können auch direkt dorthin fahren und sich die Hunde anschauen. Besuchszeiten sind täglich von 14 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Absprache. Der Sonnenhof liegt in Hochkreit 8 bei Rottenbuch, von München aus über die A95 (Ausfahrt Murnau) bestens zu erreichen. Sie möchten SOS Projects finanziell unterstützen? Dann werden Sie doch einfach Fördermitglied (Info bei SOS Projects, Reuchlingstraße 1, 81925 München, Telefon 089-90 93 65 90 oder im Internet unter www.sos-projects.org). Oder spenden Sie per Überweisung auf das Konto 90999 bei der Hypo-Vereinsbank München (BLZ 70020270).

Bild München - 29-06-04 / von C. Attenberger
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